Dezember 2016. Endlich wieder nach Afrika, nach Ruanda diesmal. Zum Erholen, um das Jammern auf ein adäquates Niveau zu reduzieren und zum darüber nachdenken, was die Welt im Innersten zusammen hält. Alles perfekt machbar in Ruanda, aber das sehr kleine und sehr feine Land kann noch viel mehr. Einige Eindrücke:

  • Plastiktüten sind in Ruanda verboten – und zwar nicht nur auf dem Papier, sondern tatsächlich [Und das Verbot wirkt definitiv besser, als wie bei uns ein paar Cent für Tüten zu verlangen]
  • Blitzeblankes Land – es gibt monatliche Gemeinschaftseinsätze zum Aufräumen, Putzen, Unkraut jäten. [Die Leute packen mit an, anstatt sich bei der Stadtverwaltung zu beschweren dass der Bauhof dies oder jenes nicht gut genug gemacht hat, und sind gleichzeitig sensibilisiert ihren Abfall nicht irgendwo in den Wald zu werfen]
  • Am beeindruckendsten ist sicherlich, wie das Land den Genozid der 199er Jahre aufgearbeitet hat – nämlich sehr aktiv und dem festen Blick nach vorn, wo nicht mehr in ethnischen Zugehörigkeiten mit Quotenregelungen für Regierungsposten und dergleichen gedacht wird sondern sich alle Einwohner als Ruander verstehen.

Berggorilla im Volcanoes National Park

  • Nicht zu vergessen der Schutz der Berggorillas, der enorme Anstrengungen erfordert. Gute 20.000 Besucher aus aller Welt kommen pro Jahr zum Gorilla-Trekking in den Volcanoes National Park. Nur durch die Einnahmen, die die Parkverwaltung aus dem Tourismus generiert, ist der Schutz der letzten ihrer Art möglich. Laut Schätzungen gibt es insgesamt nicht einmal mehr 500 Berggorillas. Sie leben ausschließlich in Ruanda, in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda.

 

Fazit: Der einzige Fehler war, so lange nicht mehr in Afrika gewesen zu sein und mit der Reise viel zu lange gewartet zu haben…

Die Allgäuerin in Afrika